Lenka S.

Ale ekstra!

Lenka, ale ekstra! Das war ein Ausdruck meiner polnischen Austausch-Mama, der sich mir eingeprägt hat. Er steht für die grenzenlose Gastfreundschaft und die Herzlichkeit vieler PolInnen und besonders meiner polnischen “Familie”. Er war Beginn für meine Liebe zu einem Land, das von vielen, die es nicht kennen, unterschätzt, und von denen, die es kennen, geschätzt wird. In den nächsten Wochen werde ich von meinen persönlichen Erfahrungen, Erlebnissen und Eindrücken in und mit Polen erzählen. Kommt mit auf eine Reise, die von Łódź nach Krakau und sogar bis in den Iran geht!

Warum beschäftige ich mich ausgerechnet mit Polen, obwohl ich dort keine familiären Wurzeln habe? Eine Frage, die mir beinahe jedes Mal gestellt wird, wenn ich erzähle, was ich studiert habe. Alles begann mit einem Schüleraustausch in der 10. Klasse. Für eine Woche kamen die polnischen SchülerInnen zu uns nach Deutschland, paar Monate später fuhren wir dann zu ihnen nach Jarosław bei Rzeszów. Voll pubertärer Hormone und jugendlichen Sturm und Drangs waren dies natürlich intensive Wochen, aus denen einige Freundschaften entstanden. Nicht alle hatten jedoch so viel Glück mit ihrer Gastfamilie wie ich: Nicht nur waren die Eltern meiner Austauschpartnerin Sylwia so herzlich und freundlich, wie es oft nur die eigenen Eltern sind. Ich durfte sogar an einer polnischen Familienfeier in Krakau teilnehmen! Ohne damals ein Wort Polnisch zu verstehen, fühlte ich mich keinen Moment lang fremd, vom Onkel bis zur Schwägerin nahmen mich alle wie ein weiteres Familienmitglied auf.

Diese positive Erfahrung hinterließ natürlich Eindruck. Bei der Studienwahl nach dem Abitur entschied ich mich daher dafür, unter anderem Polonistik zu studieren. Und so begann meine Beziehung zu Polen.

 


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