Krystyna Szwankowska-Antol

Schule – das Schulsystem in Österreich

Das Schulsystem in Österreich ist ziemlich kompliziert aufgebaut und die zahlreichen Möglichkeiten nach der Volksschule bereiten vielen Ausländern Kopfschmerzen.

Das allgemeine Problem in Österreich ist, dass die Kinder im Vorschulalter über unzureichende Deutschkenntnisse verfügen, um Ihre Ausbildung ohne Vorbehalte anfangen zu können. Die Regierung bemüht sich durch neue Regelungen und Förderungsmodele das Problem zu lösen und die Kinder in ihrer Bildung zu unterstützen.

Im Land Wien z.B. sind seit einigen Jahren sowohl die städtischen als auch die privaten Kindergärten und Kinderkrippen kostenfrei. Bezahlt wird nur der Essenbeitrag und in privaten Kindergärten kleine Beträge für zusätzliche Angebote wie: Kinoausflüge, Schwimmkurse, Sprachkurse usw.

In Österreich gibt es eine Schulpflicht vom 6. bis zum 15. Lebensjahr. Das letzte Kindergartenjahr ist für die 5-Jährigen mindestens als halbtätiger Kindergartenbesuch verpflichtend. Es betrifft Kinder, die bis zum 31. August das 5. Lebensjahr vollendet haben. Nach gleicher Regelung treten die 6-Jährigen ihren Schulpflichtalter ein.

Um dies zu vereinfachen: hat ein Kind bis zum 31. August seinen 6. Geburtstag, geht es mit dem 1. September in die erste Schulklasse. Feiert ein Kind seinen 6. Geburtstag zwischen dem 1. September und dem 31. Dezember, kann es aber muss nicht die Schuledukation noch im selben Jahr anfangen. Die Entscheidung treffen die Eltern und der Schulleiter/die Schulleiterin, vorausgesetzt, das Kind hat die Aufnahmetests an die ausgewählte Schule bestanden.

Neu ist die Einführung der Vorschulstufe in Volksschulen. Dies wurde erdacht für Kinder, welche schulpflichtig geworden sind, sind aber nach ihren Testergebnissen nicht bereit, die Lehre in der ersten Volksschulklasse anzufangen, sei es wegen unzureichenden Deutschkenntnissen, sozialen oder physischen Unzulänglichkeiten.

Die Volksschule dauert 4 Jahre. Nach dem Abschluss der 4. Klasse steht man vor der Auswahl der nächsten Edukationsstufe, wobei die Wahl durch die Noten im Schulzeugnis aus der Volkschule bedingt ist. Mit den besten Noten (1 und 2) geht man z.B. an die AHS Allgemeinbildende Höhere Schule (populär genannt als Gymnasium).

Im Allgemeinen gibt es 3 weiterführende Schulwege der APS- (allgemein bildende Pflichtschulen):

– die Hauptschule (HS): 4 Jahre Allgemeinausbildung, wobei in den letzten 2 Jahren die Berufswahl im Vordergrund steht

– die Neue Mittelschule (NMS), Neues Unterrichtssystem, in dem man mehr auf Interessen und Begabung der Schüler eingeht; das höhere Unterrichtsniveau ermöglicht den Schülern die Weiterbildung an der Oberstufe einer AHS

– die Unterstufe der Allgemeinbildenden Höheren Schule AHS;  die Unterstufe dauert 4 Jahre und in den zwei ersten Schuljahren wird eine allgemeine Ausbildung vermittelt, danach wird unterschieden zwischen:

Gymnasium (BG): humanistischer Fachunterricht, mit Latein-, Griechisch- oder Französischunterricht. In der Oberstufe, die auch 4 Jahre dauert, wird (5-6 Klasse) eine zweite Fremdsprache eingeführt;

Realgymnasium: mathematisch-technischer Fachunterricht; in der Oberstufe, dh. ab der 6. Klasse wird auch naturwissenschaftlicher Fach unterrichtet

Wirtschaftskundliches Realgymnasium: wirtschaftlich-sozialer Fachunterricht + Psychologie und Philosophie.

Nach dem  Abschluss der 8 Gymnasiumklassen bekommt man das Reifezeugnis. Das ermöglicht Schülern die Aufnahme der Weiterbildung an einer Universität. Nach dem Abschluss der Unterstufe der AHS, gibt es auch die Möglichkeit sich an einer BHS (Berufsbildende Höhere Schule).weiter zu bilden. In diesem Model wird man auch zur Reifeprüfung vorbereitet, die Hauptaufgabe ist jedoch fachspezifische Berufsausbildung oder Berufsvorbildung.

Viele wichtige Informationen zum Schulsystem kann man in Wiener Schulführern finden. Diese werden in der 4. Klasse der Volksschule an Schülern verteilt. Online kann man sich u.a. auf folgenden Seiten: www.schulfuehrer.at oder www.wien.at erkundigen.


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